Veränderungen

Veränderungen kommen in vielen Formen. Das ganze Leben ist Veränderung. Manche sind so langsam, dass sie lange Zeit unbemerkt bleiben. Andere wieder kommen mit der Gewalt eines Erdbebens und erschüttern uns in den Grundfesten.  Die schleichenden Veränderungen sind meist die, auf die wir uns langsam einstellen können, die Falten im Gesicht, das Älterwerden, Kinder werden erwachsen. Wir sind vielleicht nicht begeistert davon, akzeptieren es aber, mal mehr, mal weniger gut. 

Weniger gelassen gehen wir in der Regel mit den Veränderungstsunamis um, die unser Fundament erschüttern, zu Mal diese die Angewohnheit haben, sehr plötzlich über uns hereinzubrechen. In solchen Fällen ist es oft nicht leicht, die Krise auch als Chance zu sehen. Denn jede Veränderung birgt auch eine Chance an ihr zu wachsen. Doch in dem Moment, in dem es geschieht, ist es halt schwer das Ganze zu sehen, die Gefühle zu sortieren und der Situation mit Gelassenheit zu begegnen. In so einem Fall ist es gut, wenn man jemanden hat, der einem hilfreich zur Seite steht. Freunde, Kolleginnen oder eine TarotberaterIn. Letzteres kann manchmal hilfreich sein, wenn alle anderen zu dicht am Geschehen sind.  

Schamanisches Reisen

Wenn man schamanisch auf Reisen geht, ist alles möglich. Um mich täglich daran zu erinnern, dass es Wirklichkeitsebenen gibt, in denen ich sogar mit Drachen fliegen kann, gibt es diesen Drachen in meinem Arbeitszimmer.

Schamanisch Reisen ist eine Art die Anderswelt zu besuchen und eigentlich ganz einfach. Es bedarf nur einiger Vorbereitungen. Im Grunde braucht man dazu nur etwas Übung, eine Trommel (oder eine CD auf der in „Heartbeat“ getrommelt wird. Schön ist natürlich auch, wenn jemand für einen trommelt) und die Bereitschaft sich auf ein Abenteuer einzulassen. Bevor man loslegt muss man sich auf einen Eingang einigen. Es sollte etwas sein, dass  vertraut ist. Vielleicht ein gespaltener Baum, ein Teich, ein Tunnel. Wichtig ist, dass er natürlich entstanden ist. Als nächstes ist es gut, sich auf die Reise einzustimmen, also den Alltag abzudimmen. Das funktioniert recht gut durch eine Atemmeditation. Einfach ruhig atmen und die Atemzüge zählen. Mit dem Trommeln die Augen schließen und den Geist zu dem Eingang schicken, diesen passieren und sehen was kommt. Wichtig ist, dass man sich auf ein Zeitfenster einigt, sagen wir zehn Minuten oder eine Viertelstunde. Sicher hat man keine Uhr an dem Ort, zu dem man gereist ist, aber es gibt da Möglichkeiten. Trommelt jemand für den/die ReisendeN, dann wird dieser nach der vereinbarten Zeit den Takt ändern, wird schneller werden, stammt das Trommeln von CD, kann man sich eine Eieruhr stellen. Wichtig ist weiter, dass man durch den Eingang auch wieder zurückkehrt. Letzteres ist wichtig, weil dieser Eingang die persönliche Grenze zwischen dieser Ebene und der Anderswelt symbolisiert. Auch ist es schön, wenn man wieder zurück nicht sofort aufspringt und den Abwasch macht, sondern sich etwas Zeit nimmt, das Erlebte zu reflektieren und vielleicht aufzuschreiben.

Manchmal hab ich Tee mit dem Druiden

Immer Montags um 08:00 pm UK Zeit, MEZ 21:00, lädt Philip Carr-Gomm zu „Tea with a Druid“ ein. Man kann direkt auf der Facebookseite des Order of Druids, Ovates and Bards, dabei sein, oder später auf Youtube reinschauen. Meistens ist Philip Carr-Gomm der Gastgeber, manchmal andere Mitglieder des Ordens. Es beginnt immer mit einer kurzen Einleitung über den Grundgedanken, der den Tag Thema ist, gefolgt von einer kleinen, geführten Meditation. Mir gefällt dieses Format sehr, es ist informativ, anregend und die Möglichkeit einer kleinen Auszeit vom Alltag.

Ich bin kein Mitglied der ODOB, aber es gibt Berührungspunkte. Wie stark diese Punkte sind, ist mir aufgefallen, als ich mit dem Druidcraft Tarot zu arbeiten begann, welches die Kernaspekte von Wicca und Druidentum vereint.

 

Arbeiten mit Tageskarten

Eine Tageskarte ziehen, ist eine wunderbare Art sich dem Tarot zu nähern oder damit im Kontakt zu bleiben. Für mich ist es ein Morgenritual. Eine Tasse Kaffee, Kerzenlicht, dann mischen, Karte ziehen und einige Minuten darüber meditieren. Anfänger*innen sei geraten, nicht gleich nach dem Erklärungsheft zu greifen. Einfach in sich hineinlauschen und wahrnehmen, was die Karte auslöst.

Nun kann es natürlich vorkommen, dass man, wie ich heute morgen, eine Karte zieht, die erschreckend wirkt. Heute morgen war es bei mir „15-Der Wächter“ (im klassischen Tarot „Der Teufel“), keine der Karten, die eine vor Freude jubeln lassen, zeigt sie doch an, dass es schwierig werden könnte, dass es an der Zeit ist, sich seinen Schattenanteilen zu stellen und vielleicht noch einmal seinen Plan, sein Projekt, das Miteinander mit Anderen, alles was man für so sicher hielt, überdenken muss, wenn man nicht in Schwierigkeiten geraten will. Zieht man nun eine Karte wie diese, sollte man sie nicht als negativ bewerten, sondern die Herausforderung annehmen. Der Punkt ist, denkt man als erstes: ‚mit so einer Karte, kann es nur ein blöder Tag werden‘, ist die Gefahr groß, dass er genau das wird, also zur selbsterfüllenden Prophezeiung wird.

Meine Herangehensweise an „15 – Der Wächter“ war, mir zu überlegen, was ich übersehen habe. Bin ich dabei einen alten Fehler zu wiederholen? Gibt es Energien in meinem Umfeld die mir nicht guttun und wie kann ich diese wandeln? Bin ich zu selbstgerecht? Übernehme ich die Verantwortung für mein Verhalten?

 

 

Meditation

Meditation gehört zu meinem Leben. Nach dem morgendlichen Yoga folgt eine Zazen Meditation. Wenn ich meine Tageskarte ziehe, dann meditiere ich immer einige Zeit damit. Tauche ein in die Karte und lasse sie auf mich wirken. Diese sehr ruhigen Meditationen, bringen Ruhe in den Tag und helfen über den Tellerrand zu sehen, aber manchmal ist mir nach etwas mit mehr Bewegung. Für mich ist Spazierengehen ein Weg Ordnung in meine Gedanken zu bekommen und Kontakt aufzunehmen, zum Beispiel mit Bäumen und manchmal in dem ich einfach einem Schwan oder einer Möwe zusehe.

Raunachts-Vorbereitungen

Ab Samhain, spätestens, zieht es mich nach Innen. Es ist die Zeit in die Stille zu gehen und sich auf die Raunächte vorzubereiten. Meistens ist der November noch sehr hektisch, weil der Wunsch nach Ruhe zwar da ist, aber das Außen noch nicht zur Ruhe kommt. Da sind Geburtstage, Termine und Dinge die erledigt werden müssen, bevor es ans Einigeln geht. Der November ist der Monat, in dem ich mich meistens sehr zerrissen fühle. Natürlich ist mir klar, dass ich mir den Druck selber mache. Die Dinge ordentlich zu Ende bringen, könnte ich auch, in dem ich eins nach dem anderen ruhig angehe. Ich nun aber denke immer (und erstaunlicherweise, obwohl es regelmäßig schiefgeht, wirklich immer wieder), wenn du dich jetzt ranhältst dann hast du Ruhe, dann brauchst du dich um nichts mehr kümmern. Das klappt natürlich nicht. Eine Auszeit, ist der bewusste Schritt sich aus dem üblichen Hamsterrad auszuklinken und mal nicht auf Knopfdruck parat zu stehen, sowie irgendetwas oder irgendjemand Aufmerksamkeit fordert. Da muss man wirklich streng zu sich sein und energisch „nein“ sagen, sowie man denkt: ‚Aber ich könnte doch noch eben…‘ Der reine Wahnsinn. Dieses Jahr war es nicht anders, aber es soll definitiv das letzte Mal so chaotisch gelaufen sein. Nun geht es nur noch um die Raunächte.

Samhain ist für mich der Abschluss des spirituellen Jahres. Das Fest wird so um den 31.10. herum gefeiert, es werden die Ahn*innen geehrt, eine Bilanz für das vergangene Jahr gezogen und ein wenig orakelt. Meistens kommt um diese Zeit auch das Krafttier zu mir, welches mich durch das neue Jahr begleiten will. Soweit habe ich alles, was ich bis jetzt brauche. Das Thema der Raunächte 2017 war: Loslassen.

Das letzte Jahr stand bei mir unter dem Motto:

Das sind ihre Ängste Frau Braun, sind Sie bereit sich ihnen zu stellen?

Dass ich mich meinen Ängsten gestellt habe, kann ich mich Fug und Recht behaupten, da kann ich zufrieden sein. Da habe ich einiges losgelassen und dass ich es konnte, hat viel damit zu tun, dass ich die Raunächte genutzt habe, mich mit ihnen auseinanderzusetzen. Also habe ich ein Stück Vergangenheit bewältigt, folglich denke ich, es ist an der Zeit, sich dem zu widmen, was noch kommen könnte. Welche Wünsche und Träume habe ich und wie kann ich sie verwirklichen?

Das Motto, das ich für 2019 wähle ist.

Wage es zu träumen und wage es deinen Traum zu leben

Bis zum offiziellen Beginn der Raunächte, für mich ist es die Nacht der Wintersonnenwende, werde ich nun sammeln. Gedanken, Bilder, Gesprächsfetzen, die ich dann mitnehme, in die Zeit zwischen den Jahren und aus denen ich mir ein Gerüst bastele, um das herum sich meine Träume materialisieren lassen.

 

Krafttiere

Heute möchte ich auf ein wundervolles Kartenset hinweisen. Das keltische Tierorakel von Philip und Stephanie Carr-Gomm mit den Illustrationen von Will Worthington. Ich mag dieses Set sehr. Einmal sind die Bilder wundervoll und auch das dazu gehörige Erklärungsbuch gibt so einiges her. Am Ende einer Beratung lasse ich gerne meinen/meine Klient*in eine Karte daraus ziehen, als Begleiter durch die nächsten Wochen. Auch für mich selber nutze ich es oft, manchmal sehe ich mir nur die Karten an und freue mich an ihrer Schönheit und manchmal brauche ich einfach Unterstützung in einer bestimmten Situation und bitte ein Tier mich zu begleiten.

Seit vielen Jahren, immer so zu Samhain (um den 31.10. herum) bitte ich in einer Meditation, ein Tier mir durch das nächste Jahr zur Seite zu stehen und verabschiede mich in Dankbarkeit von meiner vorjährigen Begleitung. Diesmal ist es eine Bärin.

In der Zeit zwischen Samhain und Jul, der Wintersonnenwende, versuche ich mich mit dem Tier vertraut zu machen. Lese über es, sehr mir Bilder und Dokumentationen an und nähere mich so mehr und mehr den Energien an, die dieses Tier verkörpert. Komischerweise hat sich das erste Mal, in all den Jahren, eine Bärin angeboten mich zu begleiten. Mit von der Partie waren schon: Möwe, Weißer Hai, Libelle, Ratte, Wespe und noch so einige. Es war immer spannend und ich habe von meinen Begleitern viel gelernt.

ISA – der Zauberstab, Eis

ISA, der Zauberstab, die Eisrune. Für mich eine der schwierigsten Runen, denn wenn sie auftaucht, heißt es in die Ruhe gehen. Sich zurückhalten, auf den rechten Augenblick warten. Es hat keinen Zweck wild mit dem Zauberstab zu wedeln und darauf zu hoffen irgendetwas zu erreichen. Ohne Fokus, kein Effekt und der Fokus muss erst wieder gefunden werden.

Oft ziehe ich die Runen nicht, sondern mache ich mich zu einem Spaziergang auf und sehe welche mir unterwegs begegnen. Wenn man genau hin sieht, dann trifft man allen Ortens auf sie. An diesem bewussten Tag nun, es ist einige Jahre her, bin ich früh morgens erwacht. Es war eine problematische Zeit. Meine damalige Ehe konnte man getrost als gescheitert betrachten, doch es fehlte die materielle Grundlage für eine räumliche Trennung. Zu dem Zeitpunkt überlegte ich in eine WG zu ziehen, wenn auch äußerst ungern, weil ich einfach Raum für mich brauche. Auch wenn es nicht direkt Streit gab, so war die häusliche Situation doch sehr bedrückend. An bewusstem Morgen, hatte ich nun das Gefühl, dringend ein wenig Weisung brauchen zu können und machte mich auf in einen nahegelegenen Park. Eine kleine Anlage, mit einem Teich, mitten in der Stadt. Als ich so vor mich hin ging, brach ein Ast von einem Baum und hing vor mir vertikal in der Luft. Ich beachtete es nur in so fern, dass ich froh war, ihn nicht gegen den Kopf bekommen zu haben. Einige Meter weiter stolperte ich über einen Stein und während ich mich fing, sah ich vor mir einen Stock vertikal liegen. Ich war nur froh, dass ich nicht gestürzt war. Schließlich beschloss ich frustriert nach Hause zu gehen, da das Universum anscheinend keine Zeichen für mich hatte.  Für den Heimweg musste ich an dem Teich vorbei und da stand er plötzlich, bewegungslos  in der Morgendämmerung im Wasser, total still. Ein Graureiher. Ich sah ihn an und dachte ISA, dass ist es … und dann fiel mir auf, dass mir die Rune schon zweimal an diesem Morgen begegnet war.  Manchmal braucht es eben dramatischere Effekte, bis eine was merkt.

Warum habe ich auf die ersten beiden Zeichen nun nicht reagiert? Es hatte viel damit zu tun, dass ISA die Botschaft für mich bereithielt, die ich nicht wollte. Ich wollte eine Rune wie Raido, die sagt, es kommt Bewegung in die Sache. Stillstand, Ausharren, Abwarten, sind schon an den besten Tage nicht so wahrlich meines. Doch ich beschloss mit ISA zu arbeiten und den Rat anzunehmen. Das beste was ich machen konnte. Zwei Wochen nach dieser Begegnung traf ich eine Freundin, die ihre Wohnung aufgeben wollte, sehr günstig, keine Kaution und mitten in der Stadt, von einem privaten Vermieter. Genau was ich brauchte.